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Was ist Hatespeech?

Unter Hatespeech verstehen wir abwertende und von Vorurteilen geleitete Texte, Symbole und Bilder. Menschen werden aufgrund einer angenommenen oder tatsächlichen Zugehörigkeit zu einer gesellschaftlichen Gruppe beleidigt, ausgegrenzt und erniedrigt. Formen von Hassrede sind z.B. Sexismus, (antimuslimischer) Rassismus, Antisemitismus, Ableismus (Diskriminierung von Menschen mit Behinderung) oder Queerfeindlichkeit (Diskriminierung von Menschen, die der LGBTQIA+-Community angehören). Die belastenden Folgen für die Betroffenen können sehr weitreichend sein. Darüber hinaus hat Hatespeech auch negative Auswirkungen auf die Meinungsvielfalt in der Gesamtgesellschaft.

YouTube-Video: Was ist Hatespeech?

Deshalb ist Hatespeech gefährlich!

  • Weinendes Emoji, das von angreifenden Emojis (Teufel, auslachendes Emoji, Beleidigungen aussprechendes Emoji, Bombe, wütendes Emoji) umgeben ist

    Individuelles Leid

    Auch Sprache kann gewalttätig sein. Die Auswirkungen von Hatespeech für die Betroffenen sind vielschichtig und betreffen häufig alle Bereiche des privaten und beruflichen Lebens einer Person. Nicht selten leiden Betroffene auch langfristig psychisch sowie körperlich.

  • Unglückliches Emoji mit zugeklebtem Mund, das von Sprechblasen mit negativen Inhalten und einer auf es zeigenden Hand umgeben ist

    Gefahr für den Pluralismus

    Hatespeech hat nicht nur Folgen für die direkt Betroffenen, sondern verändert die gesamte Gesellschaft. Wenn Gruppen von Menschen aus Debatten verdrängt werden, beeinflusst das die demokratische Debattenkultur und damit auch die Meinungsbildung als solche.

  • Emoji mit verdrehten Augen und herausgestreckter Zunge, das von gelben Blitzen umgeben ist

    Verzerrtes Meinungsbild

    Wenn Hasskommentare in Online-Debatten dominieren, ergibt sich ein verzerrtes Abbild der tatsächlichen Meinungen in der Gesellschaft. Außerdem neigen Menschen dazu, sich in kontroversen Diskussionen der wahrgenommenen Mehrheit anzuschließen.

Hatespeech gefährdet unsere Demokratie

Hass im Netz ist eine Gefahr für uns alle, denn Hatespeech gefährdet nicht nur die individuell Betroffenen, sondern unsere Demokratie als Ganzes. 

Hatespeech nimmt zu

  • Zwischen 2020 und 2022 ist die Wahrnehmung von Hassrede im Internet unter den deutschen Internetnutzer*innen ab 14 Jahren gestiegen.

    Anteil der Internetnutzer*innen, die online Hatespeech wargenommen haben
    2020 : 73%
    2021 : 76%
    2022 : 77%

    Quelle: Hatespeech Forsa Studie 2022

  • Es sind heute auch mehr Menschen von Hassrede im Internet betroffen als noch vor zwei Jahren.

    Anteil der von Hatespeech betroffenen Internetnutzer*innen
    2020 : 18%
    2022 : 24%

    Quelle: Hatespeech Umfrage der Uni Leipzig 2022

  • Laut Wahrnehmung der Befragten sind dabei vor allem bestimmte Personengruppen von Hassrede betroffen.

    Nach Warnehmung der Befragten am meisten betroffene Personengruppen
    Politiker*innen : 67%
    Menschen mit anderer politischer Einstellung : 58%
    Menschen mit Migrationshintergrund : 50%
    Angehörige der LGBTQ-Gemeinschaft : 45%
    Personen, die nicht dem gängigen Schönheitsideal entsprechen : 37%
    Frauen : 36%

    Quelle: Hatespeech Forsa Studie 2022

Die Ideologien hinter dem Hass

Hatespeech liegt kein persönlicher Konflikt zugrunde, sondern sie baut auf Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit auf. Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit ist eine ideologische Einstellung, die Menschengruppen aufgrund wahrgenommener oder vermuteter Unterschiede abwertet, diskriminiert und ausgrenzt. Durch die Grundannahme, dass Menschen unterschiedlich viel wert seien (das nennt man auch Ideologie der Ungleichwertigkeit), werden Gewalt, Unterdrückung und Diskriminierung gerechtfertigt. Im Folgenden unterscheiden wir einige Formen von Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit. Es kommt aber auch oft vor, dass verschiedene Formen sich überschneiden und verstärken. Dies nennt man Intersektionalität.

YouTube-Video: Was ist Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (GMF)?
  • Rassismus

  • Antisemitismus

  • Antiziganismus

  • Antimuslimischer Rassismus

  • Queerfeindlichkeit

  • Sexismus

  • Abwertung behinderter Menschen (Ableismus)

  • Klassismus

  • Abwertung asylsuchender Menschen

  • Rassismus

    Rassismus ist eine Ideologie, die Menschen aufgrund behaupteter biologischer Unterschiede oder ethnischer Herkunft als höher- oder minderwertiger einteilt. Dabei wird aufgrund äußerlicher Merkmale auf geistige und körperliche sowie soziale Fähigkeiten einer ganzen Gruppe geschlossen. Diese Ideologie der Abwertung wurde im Zuge der Kolonialisierung als Legitimation entwickelt, um Länder auszubeuten und Menschen zu unterdrücken.

    Heute bezeichnet Rassismus die Stereotypisierung und Abwertung von Menschen aufgrund von „Hautfarbe”, Sprache, Religion, Staatsangehörigkeit oder Herkunft. Abwertend über bestimmte Menschengruppen zu sprechen ist ebenso rassistisch wie einer Person nur aufgrund ihres Aussehens bestimmte Eigenschaften zuzuschreiben. In letzter Konsequenz kann sich Rassismus auch durch körperliche Gewalt ausdrücken: Rassistische Gewalttaten sind leider auch in Deutschland eine Realität. Rassismus wirkt strukturell und institutionell und verhindert die gleichberechtigte Mitbestimmung von People of Color.

    YouTube-Video: Was ist Rassismus?
  • Antisemitismus

    Antisemitismus bezeichnet den Hass auf Juden und Jüdinnen und alles Jüdische. Juden und Jüdinnen werden aufgrund ihrer wahrgenommenen Gruppenzugehörigkeit Eigenschaften zugeschrieben. Antisemitismus kann sich gegen Einzelpersonen, jüdische Institutionen oder auch den Staat Israel richten. Antisemitismus wird häufig durch Klischees, Stereotype, Codes und Metaphern transportiert.

    Antisemitismus ist eng mit Verschwörungsideologien verknüpft. Die sogenannte „jüdische Weltverschwörung” beweist sich immer wieder als anschlussfähig für verschiedenste antisemitische Welterklärungsmodelle. Infolge dieser Verschwörungsmythen werden Jüdinnen und Juden ganz bestimmte Eigenschaften - wie beispielsweise hinterhältig oder machtsüchtig zu sein - zugeschrieben.

    Antisemitismus hat eine jahrhundertelange Geschichte und ist bis heute - fast 80 Jahre nach dem nationalsozialistischem Völkermord an europäischen Jüdinnen und Juden - eine große gesellschaftliche Herausforderung.

    YouTube-Video: Was ist Antisemitismus?
  • Antiziganismus

    Antiziganismus bezeichnet den spezifischen Rassismus gegen Sinti*zze und Rom*nja. Sinti*zze und Rom*nja sind eine der größten und ältesten Minderheiten in Europa. Schon seit Jahrhunderten sind sie von Ausgrenzung, Diskriminierung und Gewalt betroffen. Seinen Höhepunkt fand diese Gewalt im Völkermord an den europäischen Sinti*zze und Rom*nja während der Zeit des Nationalsozialismus. Vorurteile und jahrhundertelange Benachteiligung ihnen gegenüber haben dazu geführt, dass sie auch heute oft noch lebensbedrohlich von Armut, Wohnungslosigkeit, Ausbeutung und Gewalt betroffen sind. Sinti*zze und Rom*nja werden stetig kriminalisiert und weitgehend strukturell aus der Gesellschaft ausgeschlossen.

    Der Begriff Antiziganismus an sich wird kritisiert, da er selbst das rassistische Z-Wort enthält. Die Kategorie Z** wurde vor Jahrhunderten erfunden, um die strukturelle Diskriminierung der betroffenen Menschen zu rechtfertigen. „Antiziganismus” soll auf die Konstruktion dieser Kategorie verweisen, zu der insgesamt sehr heterogene Bevölkerungsgruppen willkürlich zugeordnet wurden.

    Wir sprechen mit Bezug auf Betroffene auch von Rassismus gegen Sinti*zze und Rom*nja oder vom Gadjé-Rassismus.

    YouTube-Video: Was ist Antiziganismus?
  • Antimuslimischer Rassismus

    Antimuslimischer Rassismus ist eine Sonderform des Rassismus und richtet sich gegen Menschen, die dem Islam angehören oder als muslimisch wahrgenommen werden. Der Islam in all seinen vielfältigen Ausprägungen wird dabei oft auf bestimmte Stereotype reduziert und als „gefährlich” und „fremd” dargestellt.

    Antimuslimischer Rassismus beschreibt die feindselige Ablehnung des Islam und die Ausgrenzung von oder sogar den Hass gegen tatsächliche oder vermeintliche Muslim*innen. Antimuslimischer Rassismus bedeutet zum Beispiel, dass Personen mit muslimisch klingendem Namen nur schwer eine Wohnung finden. Muslimischen Menschen pauschal Frauenfeindlichkeit zu unterstellen oder sie bei Anschlägen oder Terror unter Generalverdacht zu nehmen, gehört auch dazu.

    Zahlreiche antimuslimische Gewalttaten machen das gefährliche Potenzial von antimuslimischem Rassismus besonders drastisch deutlich. Ebenso wie andere Formen von Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit wirkt antimuslimischer Rassismus also individuell sowie strukturell und institutionell.

    YouTube-Video: Was ist Antimuslimischer Rassismus?
  • Queerfeindlichkeit

    Queerfeindlichkeit bezeichnet die Diskriminierung und Anfeindung von Menschen, die nicht der binären, cis-geschlechtlichen oder heterosexuellen Norm entsprechen (LGBTQIA+). Trans Personen sind zur Zeit besonders stark von Ablehnung und Gewalt betroffen. In der jüngsten Vergangenheit kam es beispielsweise immer wieder zu transfeindlichen Angriffen auf Einzelpersonen. Aber auch andere Teile der queeren Community erleben bis heute Anfeindungen und Gewalt.

    Neben offener Gewalt bezeichnet Queerfeindlichkeit auch strukturelle Benachteiligungen, wie etwa, dass homosexuellen Paaren die Familienbildung nur über Adoption ermöglicht wird.

    Queerfeindliche Anfeindungen stützen sich meist auf den Vorwurf der vermeintlichen „Unnatürlichkeit” von allem, was von der heterosexuellen Zweigeschlechterordnung abweicht. Dabei wird ignoriert und verschwiegen, dass die Vielfalt von geschlechtlichen und sexuellen Identitäten schon immer in der Menschheitsgeschichte existiert hat. Der Begriff „Homophobie” ist immer noch gängig, sollte aber vermieden werden, da er eine gerechtfertigte Angst gegenüber homosexuellen Personen unterstellt, wo es sich eigentlich um Ablehnung und Feindschaft handelt. Stattdessen kann man auch von Homofeindlichkeit sprechen.

    YouTube-Video: Was ist Queerfeindlichkeit?
  • Sexismus

    Sexismus ist die ungleiche Behandlung von Menschen aufgrund ihres Geschlechts. 

    Ausgehend von traditionellen Geschlechterstereotypen werden die Unterschiede zwischen Geschlechtern überbewertet, weiblich gelesene Personen in den meisten Gesellschaften abgewertet und daraus eine gesellschaftliche Hierarchie abgeleitet. Ein „modernerer“ Sexismus wertet die Geschlechterunterschiede nicht hoch, leugnet jedoch die jahrhundertelange Diskriminierung von Frauen und nicht-binären Personen und die daher rührenden patriarchalen Strukturen, die ihnen das Erreichen von politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich einflussreichen Positionen erschweren. Frauen und nicht-binäre Menschen sind weniger in Führungsebenen vertreten und verdienen durchschnittlich weniger als Männer. Ihnen werden oft Haushalts- und Pflegeaufgaben zugeschrieben, sie leisten meist mehr in der Kindererziehung und der Betreuung von Angehörigen. Weil sie dabei oft kürzere Zeiten erwerbstätig sind, setzt sich die Diskriminierung durch schlechtere Versorgungsansprüche im Alter fort. Frauen und nicht-binäre Menschen sind auch besonders stark von Partnerschafts- und sexualisierter Gewalt betroffen. 

    Die meisten Hatespeech-Angriffe wegen unterschiedlicher Abwertungsmerkmale haben auch sexistische Anteile, wenn sie gegen Frauen und nicht-binäre Menschen gerichtet sind (Intersektionalität).

    YouTube-Video: Was ist Sexismus?
  • Abwertung behinderter Menschen (Ableismus)

    Unter Ableismus versteht man die Ungleichbehandlung und Benachteiligung von Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen. Wie alle anderen Diskriminierungsformen bezeichnet Ableismus nicht nur die bewusste Abwertung von Menschen mit Behinderungen, sondern auch ihre strukturelle Diskriminierung. Wenn eine Schule beispielsweise über keinen barrierefreien Zugang für gehbehinderte Menschen verfügt, ist das genauso ableistisch wie eine behindertenfeindliche Beleidigung.

    Wir sprechen auch von Ableismus, wenn Menschen mit Behinderungen von anderen Menschen auf die Merkmale reduziert werden, in denen sie sich vom vermeintlichen „Normalzustand” unterscheiden. Von diesen Merkmalen wird anschließend beispielsweise darauf geschlossen, was die Person mit Behinderung kann oder nicht kann oder wie sich die Person fühlt. Dies geschieht in der Regel, ohne die Betroffenen selbst zu fragen.

    Auch Jahrzehnte nach dem Ende des Nationalsozialismus gibt es immer noch Menschen, die das Leben von Menschen mit Behinderungen als weniger lebenswert und „nützlich” erachten und deshalb Gewalt, Ausschluss und Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen als gerechtfertigt ansehen.

    YouTube-Video: Was ist Ableismus?
  • Klassismus

    Klassismus bezeichnet Vorurteile und Diskriminierung aufgrund der sozialen Herkunft und/oder des sozialen Status. Von Klassismus besonders stark betroffen sind erwerbslose, arme und wohnungslose Menschen. Insbesondere obdachlose Menschen unterliegen einer besonders starken Abwertung. Sie werden immer wieder auf offener Straße gewalttätig angegriffen. Klassismus bedeutet aber auch bestimmte Eigenschaften (z.B. Faulheit, Alkoholabhängigkeit) nur aufgrund einer wahrgenommenen Gruppenzugehörigkeit zu unterstellen. Man findet Klassismus gleichermaßen auf individueller, institutioneller und kultureller Ebene. Geringe Aufstiegschancen für Kinder aus finanziell schwachen Haushalten sind z.B. eine Form des institutionellen Klassismus. Der klassistischen Diskriminierung liegt die menschenverachtende Perspektive des Sozialdarwinismus zugrunde: Danach werden Menschen nach ihrer ökonomischen Leistungsfähigkeit bewertet und in „nützlich" und „unnütz" unterschieden.

    YouTube-Video: Was ist Klassismus?
  • Abwertung asylsuchender Menschen

    Asylsuchende Menschen sind aus einem anderen Land geflüchtet oder wurden vertrieben und suchen nun in Deutschland oder anderen Ländern Schutz. Die Feindschaft ihnen gegenüber basiert auf Vorurteilen und Rassismus. Es werden Feindbilder aufgebaut, mit denen geflüchtete Menschen herabgewürdigt und angefeindet werden. Gegen sie herrscht oft das Vorurteil, sie täuschten ihre Notlage nur vor und wollten die Sozialsysteme ausnutzen. Obwohl weltweit Fluchtgründe wie Krieg, Bürgerkrieg, Hunger oder massive Unterdrückung bekannt sind, wird ihre Notlage und Hilfebedürftigkeit von einigen Menschen nicht gesehen. Oft werden sie als kriminell oder gewalttätig stigmatisiert. 

    In Deutschland versuchen rechtsextreme und rechtspopulistische Parteien und Bewegungen Ängste und Vorurteile in der Gesellschaft auszunutzen und befeuern diese etwa mit Falschmeldungen. Damit wollen sie ihre rassistische Vorstellung einer homogenen weißen deutschen Gesellschaft durchsetzen.

    Verstärkt durch Hatespeech im Internet kommt es immer wieder zu schwerer Gewalt gegenüber geflüchteten Personen und ihren Unterkünften.

    YouTube-Video: Was steckt hinter der Abwertung asylsuchender Menschen?

Das Internet ist kein rechtsfreier Raum

Im Internet gelten ebenso Gesetze wie im analogen Leben. Zum Beispiel sind Bedrohungen und Beleidigungen strafbar – so steht es im Strafgesetzbuch. Um die Durchsetzung der Gesetze im Netz zu erleichtern, gilt seit Oktober 2017 das Netzwerkdurchsetzungsgesetz (kurz: NetzDG). Das Gesetz soll die Durchsetzung geltenden Rechts verbessern. Unter anderem verpflichtet es Facebook, Twitter und Co. dazu, „offensichtlich strafbare Inhalte” binnen 24 Stunden nach Eingang der Beschwerde zu löschen. Mehr Infos dazu findest du beim Bundesamt für Justiz.

Hatespeech-Glossar

Unter Antifeminismus fassen wir verschiedene soziale Bewegungen und gesellschaftliche, politische, religiöse und akademische Strömungen, die sich gegen den Feminismus und die bereits erreichte Gleichberechtigung der Geschlechter wenden. Antifeminismus gibt es schon so lange, wie es Feminismus gibt. Er bekämpft aktiv, aggressiv und organisiert feministische Anliegen und Positionen. Wo Antifeminist*innen früher vor allem gegen die Gleichberechtigung der Frau gekämpft haben, richten sie sich heute auch gegen die Vielfalt sexueller Lebensweisen und Identitäten. Durch das Internet und die sozialen Medien haben sich antifeministische Bewegungen neue Räume erschlossen und globale Allianzen geschlossen. Dies führt auch dazu, dass Feminist*innen, Frauen und nicht-binäre Personen, die in der Öffentlichkeit stehen, wie bspw. Politiker*innen, Journalist*innen oder Aktivist*innen, besonders stark von Hatespeech und digitaler Gewalt betroffen sind.

Gadjé-Rassismus ist ein anderer Begriff für Antiziganismus bzw. Rassismus gegen Sinti*zze und Rom*nja. Gadjé kommt aus dem Romanes und bezeichnet Menschen, die keine Rom*nja oder Sinti*zze sind. Der Begriff betont die Machtverhältnisse und Privilegien in der Gesellschaft. Er zeigt die Gewaltbereitschaft, die von der Dominanzgesellschaft (weiße Gadjé) gegen Rom*nja und Sinti*zze ausgeht. Durch die Verwendung dieses Begriffs wird der Fokus von den von Rassismus betroffenen Menschen genommen und die Verantwortung auf die ausübende Gruppe gelenkt. Es vermeidet die Benennung einer angeblichen homogenen Gruppe von Rom*nja und Sinti*zze und betont die Verantwortung der Dominanzgesellschaft für Rassismus.

Der Streisand-Effekt beschreibt das Phänomen, dass der Versuch, eine Information zu unterdrücken, oft zum Gegenteil führt, nämlich zur noch schnelleren Verbreitung dieser Information. Eine Anweisung, eine Information nicht zu teilen, kann genau das Gegenteil bewirken und dazu führen, dass die Information in kürzester Zeit einer maximalen Anzahl an Menschen bekannt wird. So erzeugte z.B. der Versuch des Hamburger Politikers Andy Grote, eine Beleidigung („Pimmel”) durch einen Twitter-User strafrechtlich verfolgen und sperren zu lassen, ungeahnte Aufmerksamkeit: Neben der Diskussion über die Verhältnismäßigkeit polizeilicher Maßnahmen, wurde Grote’s „Pimmelgate” Mittelpunkt vielfacher medialer Berichterstattung. Der Effekt wird durch das Internet und die sozialen Medien deutlich beschleunigt. 

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Literatur und weiterführende Links

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